Kaufmännische Medienassistenz + Fachhochschulreife
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Schülerprojekte
Projekte in der Kaufmännischen Medienassistenz | Projekte in der Kaufmännischen Medienassistenz |
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![]() Im Rahmen der Ausbildung zur Kaufmännischen Medienassistenz werden verschiedene Projekte aus allen Bereichen der Medien realisiert. Dabei lernen die Schüler die Abläufe und Prozesse in den unterschiedlichen beteiligten Unternehmen kennen und entwickeln eigene Medienprodukte. Die Projekte im einzelnen: Unter "weiter" findet sich eine Reportage ("Von Medien und Menschen"), die von Schülern über die Ausbildung geschrieben wurde. Von Jorrit Hille und Lukas Klug Mittwochmorgen,es ist kurz nach halb Acht. Synthetisches Licht leuchtet in einige wenige Gesichter, die in von der Kälte gebückter Haltung an dem standardisierten Schulinterieur Platz genommen haben. Vor einigen dampft Kaffee - der frühe Halt aus Pappbechern. Nach und nach treten weitere junge Menschen behäbigen Fußes ein. Lediglich die durch das Gebäude der beruflichen Medienschule Hamburg-Wandsbek schreitende Lehrerschaft ist deutlich agiler. »Ist mir einRätsel, wie die das jeden Morgen machen« sagt einer der anwesenden Schüler, den Kopfhörer noch in den Ohren. Der junge Schüler macht wie etwa achtzig weitere eine zweijährige vollqualifizierende Ausbildung zum Kaufmännischen Medienassistenten. Dabei soll man angemessen vorbereitet werden auf den Einstieg ins Berufsleben in der Medienbranche, mit Fächern wie Sprache und Kommunikation, Wirtschaft und Gesellschaft, dem quasi allumfassenden Medienwirtschaft, Englisch und Marketing, was an diesem Morgen die erste Stunde sein wird. »In Marketing? Da haben wir die letzten Wochen mit `nem Projekt zugebracht. Ein komplettes Konzept für eine eigens entworfene Handtasche sollten wir da auf die Beine stellen. Produkt, Vermarktung und Zielgruppe - so was eben« bekommt man mitungeahnter Routine von einem der Schüler auf die Frage nach den Unterrichtsinhalten zu hören. Projektarbeit ist ein »immer wiederkehrender Programmpunkt« in den zwei Jahren der Ausbildung. Besonders im Fach Mediwi, das quasi ausschließlich aus Gruppen- und langfristigen Projektarbeiten besteht. »In unserem ersten Projekt haben wir uns mit dem Medienstandort Hamburg auseinandergesetzt. Danach ging's um `ne Audio-oder Videoproduktion, und jetzt sind wir seit einer Woche in unserem dritten Projekt. Da geht's um die Arbeit im Verlag. « Derartige und weniger umfangreiche Projektarbeiten sind ein essentieller Bestandteil der Ausbildung, und finden laut Schülermeinung, in so gut wie jedem Unterrichtsfach statt. Weitere Schüler gesellen sich dazu, man begrüßt sich mit Handschlag, oder einem angedeuteten Wangenkuss - jedoch nie überschwänglich. »Morgen ist's einfacher, da haben wir zur dritten Stunde. « Dafür gibt's Schelte von einem Teil der anwesendenKlasse. Man muss differenzieren, denn nicht jedem wird dieses Glück zuteil. EinTeil hat sich vor Beginn der Schulzeit nämlich dafür entschieden, zusätzlich zum Standardprogramm noch Mathematik und Technologie als Fächer zu belegen. Dafür winkt am Ende, nach absolvierter Prüfung, hoffentlich die Fachhochschulreife. Der Rest hat sich gegen den Mehraufwand entschieden,nichts destotrotz werden einige sich am Donnerstag um viertel vor Acht in der Schule einfinden, um sich an dem freiwilligen Kurs zum Europäischen Computerführerschein (kurz: ECDL) zu beteiligen, eine weitere mögliche Qualifikation. Plötzlich herrscht Aufbruchsstimmung. »Ne Klingel haben wir hier nicht. Das würde die Gruppenarbeiten stören, heißt es. « Man muss selbst auf die Zeit achten. Vor Stundenbeginn wird die Zeit eher lax ausgelegt, am Stundenende jedoch sind alle sehr auf Pünktlichkeit bedacht. Es geht in einen anderen Gebäudetrakt, in dem sich der Klassenraum der KMA 09-3 befindet. Vom alten Bild des Klassenzimmers mit Tischreihen und Schiefertafel ist nicht mehr allzu viel übrig: ein Viereck aus Tischen ermöglicht es jedem, den anderen zu sehen. Der Lehrer steht im Mittelpunkt. Die Schiefertafel ist einem Whiteboard gewichen, unter der Decke hängt ein Beamer und einige Computer stehen in einem hinteren Teil des Klassenzimmers. »Ohne Computer wären wir aufgeschmissen«, heißt es. »Die machen einem das Leben schon viel leichter. All die Präsentationen von Hand? Stell ich mir ätzend vor «, und so gehört ein funktionierender PC mit Internetanschluss zur Standardausrüstung eines jeden Schülers. Die zwei Stunden Marketing vergehen, die Müdigkeit entweicht langsam den Gesichtern der Schüler. Beteiligung hält sich in Grenzen, die Gründe hierfür sind unterschiedlicher Natur: zu müde, zu langweilig, zu schwer, zu wenig Anspruch. Es jedem Recht zu machen ist schwer: Zugangsvoraussetzung war ein Realschulabschluss mit entsprechendem Notenschnitt. Nun variiert das Alter zwischen 16 und 25 Jahren,und auch der bislang erreichte Bildungsabschluss reicht von benötigtemRealschulabschluss bis zu einigen Jahren in der gymnasialen Oberstufe. EinProbehalbjahr, in dem der Durchschnitt der Zeugnisnoten nicht unter 3,5 liegen durfte, hat der Großteil unbeschadet überstanden. Es folgt ein weiteres, bevor sich die Wege der Klassengemeinschaft für einige Monate trennen werden. Dann nämlich geht es für drei Monate in die eigens ausgewählten Praktikumsbetriebe, die optimaler Weise aus der Medienbranche kommen, um dem Ausbildungsgang dienlich zu sein. Die meisten blicken mit Vorfreude auf eben jene dreimonatige Auszeit vom Schulbetrieb, die sich direkt an die diesjährigen Sommerferien anschließen wird, andere hingegen halten sich bei der Frage nach dem Praktikumsbetrieb dezent zurück, denn einige in der Klasse zeigen sich noch unzufrieden mit dem gewählten Praktikumsplatz. Die erste Pause neigt sich dem Ende, und aus dem Schnee treten immer mehr durchgefrorene Gestalten, die die Sucht nach draußen trieb, in die Pausenhalle. Das synthetische Licht ist mittlerweile der aufgegangenen Morgenhelle gewichen. Ob sich alle Erwartungen der Schüler erfüllt hätten? Vehementes Kopfschütteln mischt sich in das zögerliche Nicken, und fügt sich zusammen zu einem unschlüssigen Gesamtbild. »Es ist 9:30 - da kommen noch fünf weitere Stunden Mediwi«, heißt es noch, bevor man sich auf den Weg macht in den großen Rechnerraum, in dem nun die Arbeit an den nächsten Präsentationen und Dokumentationen fortgesetzt wird. |





